Weniger Gäste
Demo vor dem Ministerium: Eintracht-Fans protestieren
26.02.2025 – 12:53 UhrLesedauer: 2 Min.
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Beim Niedersachsenderby in Hannover gibt es erneut weniger Karten für Gästefans. Braunschweiger Anhänger planen deshalb einen Protestmarsch.
Beim bevorstehenden Niedersachsenderby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig am 9. März in Hannover wird es erneut zu Einschränkungen für Gästefans kommen. Wie schon im Hinspiel in Braunschweig dürfen weniger Anhänger der Gästemannschaft ins Stadion. Als Reaktion darauf haben die Braunschweiger Fans einen Protestmarsch in Hannover angekündigt.
Unter dem Motto “Gegen Gästefaneinschränkungen – Fankultur unverhandelbar!” planen die Eintracht-Anhänger am 27. Februar eine Demonstration. Der Marsch soll vom Hauptbahnhof zum Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport führen. Die Fangruppen sehen in der Ticketbegrenzung eine Einschränkung ihrer Fankultur. Bereits beim Hinspiel in Braunschweig gab es ähnliche Proteste gegen die reduzierte Kartenvergabe an Gästefans.
Die Kritik richtet sich an Innenministerin Daniela Behrens (SPD), die die Entscheidung, das Gästekontingent auf 60 Prozent zu reduzieren, maßgeblich unterstützt hatte. Wegen der wiederholten Ausschreitungen vor, während oder nach den Spielen zwischen den rivalisierenden Vereinen in Niedersachsen hatte sie im vergangenen Jahr sogar einen kompletten Ausschluss von Gästefans bei den Derbys gefordert.
Auch vor dem Hinspiel in Braunschweig, zu dem weniger 96-Fans hatten ins Stadion gedurft, protestierten beide Fanlager getrennt voneinander gegen diese Verfügung. Dem Derby selbst blieben schließlich die Ultras beider Vereine fern. Einen Boykott kündigten die Anhänger von Eintracht Braunschweig bereits für das nun anstehende Duell in Hannover an.
Die Polizeidirektion Hannover hatte den erneuten Teilausschluss Anfang Februar angeordnet. Sie beruft sich auf Paragraf 11 des Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes, wonach sie “die notwendigen Maßnahmen treffen kann, um Gefahren abzuwehren”.
Vor einem Gasthaus im Landkreis Gifhorn hatte es nach dem Spiel Anfang Oktober eine Massenschlägerei zwischen den rivalisierenden Fanlagern gegeben: In der Gaststätte hatten sich damals zahlreiche Ultras aus beiden Lagern geprügelt. In dem Gasthaus hatten sich Eintracht-Ultras getroffen, um das Spiel gemeinsam zu schauen. Durch einen Seiteneingang sollen sich Hannoveraner Ultras Zugang verschafft haben.