Reederei Cosco bringt Autofrachter-Linie nach Bremerhaven

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Die chinesische Reederei Cosco plant einen Liniendienst für den Import und Export von Fahrzeugen an über Bremerhaven. BLG Logistics, der halbstaatliche Betreiber des Autoterminals Bremerhaven, teilte mit, eine strategische Partnerschaft dazu sei mit Cosco Shipping Car Carriers sei Ende 2024 vereinbart worden. Cosco ist eine der größten Containerreedereien der Welt. Sie war zuletzt in das Blickfeld der Öffentlichkeit hierzulande geraten, weil sie mit dem Hamburger Hafenbetreiber HHLA eine Kapitalbeteiligung an dem schon Jahrzehnte genutzten Terminal Tollerort vereinbarte.

Unterdessen hat Cosco den Aufschwung der chinesischen Autoindustrie genutzt, um in das Geschäft mit dem Fahrzeugtransport einzusteigen und will bis nächstes Jahr eine Flotte von 30 Autofrachtern aufbauen. Damit könnten jährlich rund 700.000 Fahrzeuge transportiert werden. Über das Volumen, das über Bremerhaven umgeschlagen werden soll, gibt es keine präzisen Vereinbarungen, heißt es bei BLG. Die Tatsache, dass mindestens zweimal monatlich ein Linienschiff anlegen soll, das Parkplätze für 5000 bis 7000 Autos hat, lässt jedoch das Potential erahnen.

„Für chinesische Hersteller spielt Bremerhaven eine entscheidende Rolle als Eintrittshafen in den europäischen Markt“, verlautbart Cosco Shipping Car Carriers in einer Pressemitteilung von BLG Logistics. Der wichtige deutsche Auto-Markt sei von zentraler Bedeutung. Bremerhaven soll außerdem zum Drehkreuz für die Märkte in Zentral- und Osteuropa, dem Baltikum und Skandinavien entwickelt werden.

BLG Logistics hat zuletzt in Bremerhaven jährlich 1,5 Millionen Fahrzeuge pro Jahr umgeschlagen, transportiert und teils auch technisch bearbeitet. Diesen Rundum-Service sieht das Unternehmen als Wettbewerbsvorteil, das in Bremerhaven einen der größten Autoumschlagplätze der Welt betreibt, mit Stellplätzen für 70.000 Fahrzeuge auf einer Fläche von 295 Hektar.

Auch der vom Elektroauto-Marktführer BYD eigens gekaufte Autofrachter „Explorer No. 1“ läuft Bremerhaven regelmäßig an, allein im vorigen Jahr sechsmal. Von den 1,2 Millionen Elektroautos, die im Januar 2025 weltweit verkauft wurden, entfielen allein 310.000 Autos auf BYD. Laut Deutsche Bank Research sind das knapp 45 Prozent mehr als im Vorjahr – womit BYD fast doppelt so schnell gewachsen ist wie der Markt. Noch schneller gewachsen ist den Daten zufolge Geely. Der Autohersteller, der zu den Großaktionären von Mercedes und Daimler gehört, verkaufte im Januar 129.000 Elektroautos. Das ist ein Plus von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau.