Warum Joghurt das Risiko senken kann

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Jedes Jahr erkranken 55.000 Deutsche an Darmkrebs. Ein Lebensmittel könnte einer speziellen Form der Erkrankung vorbeugen.

Dickdarmkrebs gilt als die weltweit dritthäufigste Krebserkrankung. Allein in Deutschland sterben jedes Jahr 20.000 Menschen an dem Tumor. Jetzt haben Forscher herausgefunden: Der langfristige Verzehr von Joghurt senkt offenbar das Risiko, an einer bestimmten Form von Darmkrebs zu erkranken.

Wissenschaftler der Harvard Medical School und des Krankenhaus-Netzwerkes Mass General Brigham analysierten Daten von über 130.000 Angestellten aus dem Gesundheitswesen, die über mehrere Jahrzehnte gesammelt worden waren. Alle zwei Jahre wurden die Probanden zu ihrer Ernährung befragt.

3.079 Fälle von Darmkrebs traten in der Gruppe auf. 1.121 von ihnen wurden auf das Vorhandensein bestimmter Bakterien im Gewebe untersucht: Bifidobakterien gehören zu den wichtigsten Mikroorganismen der Darmflora und sie sind häufig in Joghurt enthalten.

In 31 Prozent der Fälle wurden die Bakterien gefunden, aber 69 Prozent waren negativ. Es ergab sich: Teilnehmer, die zwei oder mehr Portionen Joghurt pro Woche aßen, hatten ein um 20 Prozent niedrigeres Risiko, an einem Tumor im proximalen Dickdarm (rechte Seite des Dickdarms) zu erkranken als diejenigen, die weniger als einmal im Monat Joghurt konsumierten. Tumore in diesem Bereich werden auch bei Darmspiegelungen schwer und daher oft erst spät erkannt und haben daher auch schlechtere Heilungschancen.

Dem im Joghurt enthaltenen Bifidobacterium wird eine Reihe positiver Eigenschaften zugesprochen. So spielt es unter anderem eine Rolle bei der Verdauung von Ballaststoffen und der Regulierung des Immunsystems. Vermutet wird, dass der Konsum von Joghurt mit einem gesünderen Darmmikrobiom einhergeht.

Allerdings: Nicht alle Joghurtsorten weisen die gleichen Bakterienstämme in den gleichen Konzentrationen auf. Und die Studie zeigte auch: Die regelmäßigen Joghurtkonsumenten hatten auch noch andere gesunde Gewohnheiten. Sie trieben demnach mehr Sport, rauchten weniger und ernährten sich auch allgemein besser. Daher bedarf es noch weitergehender Forschung zu den Auswirkungen des Joghurtverzehrs.