Hessens Kultusminister: Kinder sollen nicht fasten

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Der hessische Kultusminister Armin Schwarz (CDU) warnt davor, dass Grundschüler im Ramadan fasten. „Die Gesundheit der Kinder und die Schule haben Vorrang“, sagte er der F.A.Z. „Gerade jüngere Schülerinnen und Schüler müssen zwischendurch essen und trinken, damit sie dem Unterricht konzentriert folgen können.“

Nach Angaben des hessischen Kultusministeriums gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Fälle, in denen Kinder nicht am Sport oder an Prüfungen teilnehmen konnten, weil diese nicht getrunken oder gegessen hatten. Mediziner halten es nicht für ratsam, dass Kinder vor dem 14. Lebensjahr fasten.

Koran schreibt das Fasten erst ab der Pubertät vor

Am Freitagabend begann der Fastenmonat Ramadan, der bis zum 30. März dauert. Es schließt sich das drei Tage dauernde Zuckerfest an. Der Vorsitzende des Verbands Bildung- und Erziehung (VBE) Hessen, Stefan Wesselmann, appelliert an muslimische Familien, die Gesundheit ihrer Kinder nicht aus falsch verstandenem religiösen Bewusstsein aufs Spiel zu setzen.

Wenn Schüler von Sonnenaufgang bis -untergang nichts essen und trinken könnten, hätte das Folgen: „Sie können sich im Unterricht oder bei Klassenarbeiten schlechter konzentrieren und sind im Sportunterricht nicht so leistungsfähig. Kreislaufkollapse können dann die Folge sein”, sagte Wesselmann der F.A.Z. Besonders im Sommer, wenn Familien erst spätabends zum gemeinsamen Essen zusammen kommen oder sehr früh vor Sonnenaufgang, sind laut Wesselmann häufig übermüdete Kinder und Jugendliche in den Schulen.

Kritisch sieht der VBE Hessen, dass schon Grundschulkinder auf Essen und Trinken verzichten. Schließlich schreibt der Koran das Fasten erst ab Erreichen der Pubertät vor, Ausnahmen gelten auch für kranke und schwer arbeitende Menschen. Für Schülerinnen und Schüler kann der Unterricht durchaus als schwere Arbeit angesehen werden. Kultusminister Schwarz sagt: „Fasten bis zum Kollaps – das hat nichts mit Religion zu tun“. Auch wenn es keine statistischen Daten darüber gibt, berichten auch Grundschullehrer in den vergangenen Jahren von einer Zunahme muslimischer Kinder, die fasten.

Kultusminister Schwarz sagt: „Wir wünschen uns einen friedvollen Fastenmonat, es darf nicht sein, dass mit extremen religiösen Auslegungen Druck auf Lehrkräfte und ganze Schulgemeinden ausgeübt wird.“ Hessen ist das Flächenland mit dem höchsten Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. Der Anteil von Menschen mit muslimischem Glauben ist hoch.