Vodafone beendet Umbau der Führungsmannschaft

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Fast ein Jahr nach seinem Start als Deutschlandchef des Telekommunikationsriesen Vodafone hat Marcel de Groot den radikalen Umbau seiner Führungsmannschaft beendet. An diesem Dienstag verkündete er das letzte Puzzlesteinchen, die Verpflichtung des Telekommunikationsexperten Sven Müller. Der 45 Jahre alte Betriebswirt kommt zum 1. Juli als Strategie- und Transformationschef zu Vodafone. Bislang ist er für das Beratungsunternehmen Altman Solon als Partner für Telekommunikationsthemen zuständig.

„Wir haben die Weichen gestellt, um in Zukunft wieder erfolgreich zu sein und werden jetzt die nächsten Schritte nach vorn gehen“, sagte de Groot am Dienstag. Das bezieht sich nicht nur auf die Personalie Müller, sondern auf eine ganze Reihe von Themen. In den kommenden Monaten steht beispielsweise die nächste große Aufgabe an: Rund zwölf Millionen 1&1-Kunden werden nach und nach vom Telefonica -Netz ins Vodafone-Netz wechseln, weil die beiden Unternehmen eine neue Roaming-Partnerschaft haben.

Neuer Strategiechef: Sven Müller
Neuer Strategiechef: Sven MüllerVodafone

Vor allem aber hat Vodafone in Deutschland schon länger mit Wachstumsschwäche zu kämpfen. Auch zuletzt ist Vodafones Deutschland-Geschäft im vergangenen Geschäftsquartal deutlich geschrumpft. De Groot will die zugrunde liegenden Probleme unter anderem damit lösen, seine Führungsmannschaft neu aufzustellen. Seit Oktober des vergangenen Jahres hat der Vorstandschef neben Müller noch vier weitere Deutschland-Geschäftsführerposten neu besetzt, unter anderem den der Personalchefin: Bettina Günther kam im Februar von Thalia zu Vodafone. Mit Hagen Rickmann wechselte zuletzt auch ein neuer B2B-Chef ins Unternehmen.

Viele Baustellen

Schwer getan hatte sich Vodafone Deutschland mit seinen rund 14.000 Mitarbeitern zuletzt unter anderem mit der internen IT. Nach mehreren Zukäufen hatte das Unternehmen es versäumt, die eigenen Systeme adäquat daran anzupassen. Seit dem Herbst kümmert sich nun ein neuer IT-Chef, Fernando Burgos, der von der Bank Santander kam, darum, den Rückstand aufzuholen.

Hat das Management gründlich umgebaut: Vodafone-Deutschland-Chef Marcel de Groot
Hat das Management gründlich umgebaut: Vodafone-Deutschland-Chef Marcel de Grootdpa

Zu kämpfen hat das Unternehmen zudem noch immer mit einer Regulierungs-Änderung, die zum 1. Juli des vergangenen Jahres in Kraft trat: der Abschaffung des sogenannten Nebenkostenprivilegs. Vermieter von Mehrfamilienhäusern mit gemeinsamem Kabelanschluss konnten nämlich bis dahin die Kabelgebühren einfach für alle Bewohner über die Nebenkosten abrechnen, egal ob die Mieter tatsächlich über Kabel fernsahen oder nicht.

Nach dem Wegfall dieser Regelung muss Vodafone das Kabelfernsehen für Privatkunden attraktiver machen. Passenderweise hat das Unternehmen im vergangenen Dezember einen neuen Privatkundenchef verpflichtet, der sich des Themas annehmen soll. Matthias Lorenz kam damals von der Telecom Austria.