Mit 35 Jahren machte sie Schluss
Moderatorin Annika Zimmermann spricht über ihren Rückzug
27.03.2025 – 12:56 UhrLesedauer: 2 Min.

Sie verschwand im Sommer 2024 plötzlich von der Bildfläche: Annika Zimmermann. Jetzt spricht die ehemalige Moderatorin über ihren Abschied vom Fernsehen.
Ihr Aus kam überraschend: Annika Zimmermann gab vergangenes Jahr an, ihre TV-Karriere zu beenden. Sie wolle sich neuen Herausforderungen widmen, benötige eine Pause. Mit gerade mal 35 Jahren zog sie die Reißleine. Dieser Entschluss verblüffte viele Außenstehende aufgrund des Alters und der eigentlich so erfolgreichen Karriere Zimmermanns.
Sie war von 2014 bis 2021 zunächst beim ZDF als Sportmoderatorin im Einsatz, löste dort Jessy Wellmer als Berichterstatterin ab. 2015 wurde sie mit dem Deutschen Sportjournalistenpreis als beste Newcomerin ausgezeichnet. Dann der Wechsel in die Königsklasse: Zimmermann wurde ab August 2021 Teil des Moderatoren-Teams der Champions League auf Amazon Prime Video. So ziemlich jeder Funktionär und Fußballer mit Rang und Namen landete vor ihrem Mikrofon.
Warum also der Rückzug? Erstmals spricht die gebürtige Darmstädterin in einem Interview mit der “Welt” über dieses Thema, sagt: “Mir wurde klar, dass ich nicht ein Sabbatical, sondern den radikalen Schnitt brauche.” Sie habe die Zeit seit dem Sommer vergangenen Jahres für eine “innere Einkehr” genutzt, sei auf der Suche nach ihrer Identität gewesen. Das Sportgeschäft, in dem sie so erfolgreich arbeitete, empfand sie nur als “TamTam im Außen”, es habe nichts mit ihr und ihrer Persönlichkeit zu tun.
“Ich war die Annika, die beim ZDF vom Ironman oder vom Radsport und später dann bei Amazon von der Champions League berichtet hat. Und es war für mich bereits länger klar, dass ich irgendwann etwas Anderes machen möchte”, so die heute 36-Jährige in dem Gespräch.
Ihr Image und ihre Selbstwahrnehmung klafften immer weiter auseinander. “Lange Zeit war das für mich auch mein Traumberuf”, sagt Zimmermann. Aber sie habe sich “fast geschämt” für die Wahrnehmung der Außenstehenden, die voller Anerkennung aber auch Neid auf ihren Beruf blickten. “Eine Krankenschwester hat diese Achtung meiner Auffassung nach viel mehr verdient”, lässt die ehemalige Moderatorin wissen.
Die schönen Erlebnisse seien das eine. Das andere, das sich hinter Zimmermanns Fassade abspielte, beschreibt sie so: “Gleichzeitig fühlte ich immer mehr eine innere Leere. Ich fühlte mich ausgezehrt. Ich war sehr dünn – und dachte, dies sei normal.” Sie gewährt anschließend Einblicke in ihre Gesundheit, erzählt, jahrelang keine Periode gehabt und ständig unter Blasenentzündungen gelitten zu haben. “Es hat gedauert zu merken, dass ich Raubbau an meinem Körper betrieben habe.”
Zimmermann besuchte Seminare, arbeitete an ihrer Gesundheit und ihrem Selbstwertgefühl. Die 14-jährige TV-Karriere bereue sie nicht, aber sie sei froh, diesen Teil ihres Lebens abgestreift zu haben. Konkrete Zukunftspläne gibt es nicht. Zimmermann sagt: “Ich möchte nicht wissen, was kommt.” Sie wolle sich aber künftig um Themen wie “Conscious Mentoring, Meditation, Energiemedizin, Pflanzenheilkunde” kümmern. Es gehe um “ganzheitliche Bewusstseinsarbeit”.
Und dann wird Annika Zimmermann am Ende noch einmal sehr privat. “Seit September habe ich meine Periode wieder. Ich bin wieder Frau”, so die 36-Jährige.