Einige republikanische Kongressmitglieder haben die Trump-Regierung für ihren Umgang mit dem Chatgruppen-Skandal kritisiert. Roger Wicker, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Senat, forderte am Mittwoch eine unabhängige Untersuchung und ein geheimdienstliches Briefing zu dem Vorfall. Der republikanische Abgeordnete Don Bacon aus Nebraska sagte in einem Interview mit dem Sender PBS, das Weiße Haus mache es immer schlimmer. „Sie sollten einfach direkt und ehrlich sein und sagen, wir haben es vermasselt.“ Die im Chat geteilten Informationen über die Angriffspläne auf die Huthi-Miliz im Jemen seien „offensichtlich“ geheim gewesen.
Die Senatorin Lisa Murkowski äußerte sich auf der Plattform X am Mittwoch „entsetzt“ über die „ungeheuerliche“ Sicherheitslücke. Sie hoffe, der Fall diene als Weckruf, dass die operative Sicherheit für alle „oberste Priorität haben muss“, vor allem bei ranghohen Regierungsmitgliedern. Der republikanische Senator Lindsey Graham lobte am Mittwoch zwar den Umgang der Regierung mit dem Vorfall, sagte jedoch auch, der Chat enthalte „tatsächlich sehr sensible Informationen über eine geplante und laufende Militäroperation“.
Trump will herausfinden, „ob Signal nicht funktioniert“
Der Chefredakteur des „The Atlantic“, Jeffrey Goldberg, war versehentlich einer Gruppe hinzugefügt worden, in der ranghöchste Sicherheitspolitiker der Trump-Regierung über den Schlag gegen die Huthi-Miliz im Jemen am 15. März diskutierten. Er hatte in einem Artikel am Montag erstmals darüber berichtet und am Mittwoch den gesamten Chatverlauf veröffentlicht. In der Gruppe waren unter anderen Verteidigungsminister Pete Hegseth, Vizepräsident J. D. Vance, Außenminister Marco Rubio sowie CIA-Direktor John Ratcliffe.
Das Weiße Haus streitet bislang jedoch ab, dass der Vorgang problematisch gewesen sei. Präsident Donald Trump sagte am Mittwoch, es handele sich um eine „Hexenjagd“. Diesen Begriff hatte er auch für die angeblich politisch motivierten Anklagen gegen sich benutzt. Im Sender Fox News ergänzte Trump später, er werde Hegseth bitten, zu prüfen, ob die Gruppeninhalte der Geheimhaltung unterlagen. Hegseth hatte gut zwei Stunden vor dem Angriff einen Angriffsplan mit genauen Zeitangaben und eingesetzten Waffen und Fluggeräten in der kommerziellen Messenger-App gepostet.
Auf die geforderte Untersuchung angesprochen, sagte Trump, das sei ihm „egal“. Er wolle herausfinden, ob es Fehler gegeben habe „oder ob Signal nicht funktioniert“. Wenn das Unternehmen nicht gut sei, „dann wollen wir das lieber jetzt wissen“. Der Nationale Sicherheitsberater Mike Waltz, der Goldberg der Gruppe hinzugefügt hatte, übernahm zwar die Verantwortung für den Vorgang, konnte ihn jedoch nicht erklären. Das Magazin „Der Spiegel“ berichtete am Mittwoch, private Kontaktdaten Waltz’ und Hegseths seien im Internet einsehbar. Nicht klar war jedoch, ob diese Nummern noch in Benutzung sind oder in dem besagten Signal-Chat verwendet wurden.