Diese Lebensmittel fördern die Verdauung

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Wichtige Nährstoffe

Ballaststoffe: Diese Lebensmittel fördern die Verdauung


Aktualisiert am 29.03.2025 – 13:36 UhrLesedauer: 3 Min.

Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit viel Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen hilft Diabetikern, ihren Blutzucker unter Kontrolle zu behalten. Eine spezielle Diät ist nicht notwendig.Vergrößern des Bildes

Ballaststoffreiche Ernährung: Die meisten Ballaststoffe stammen aus pflanzlichen Lebensmitteln. (Quelle: alvarez/getty-images-bilder)

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Wer zu wenig Ballaststoffe zu sich nimmt, kann schnell unter Verstopfung und anderen Verdauungsbeschwerden leiden. Aber kann man auch zu viel von ihnen essen?

Rund 30 Gramm Ballaststoffe sollte jeder Mensch täglich zu sich nehmen. Doch welche Lebensmittel sind dafür überhaupt geeignet? Und was passiert, wenn Sie zu viele oder zu wenige Ballaststoffe aufnehmen? Das erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) fasst unter dem Begriff der Ballaststoffe mehrere Nahrungsbestandteile zusammen, die “im menschlichen Dünndarm von körpereigenen Enzymen nicht oder nicht vollständig abgebaut werden können und unverdaut oder nicht vollständig verdaut in den Dickdarm gelangen”.

Ballaststoffe werden demnach auch als Nahrungsfasern bezeichnet und kommen in natürlicher Form fast ausschließlich in pflanzlichen Nahrungsmitteln vor. Eine Ausnahme bildet Chitin, das in der Körperhülle von Insekten, Krebsen oder Spinnen enthalten ist.

Die meisten Ballaststoffe sind zugleich Kohlenhydrate. Zudem gibt es mittlerweile Ballaststoffe, die aus natürlichen Quellen künstlich hergestellt werden.

Ballaststoffe wirken bei vielen Prozessen im Körper mit. Besonders wichtig sind sie für die Verdauung, wo sie beispielsweise einen Einfluss darauf haben, wie lange die Nahrung in Magen und Darm verweilt. Aber auch Masse, Konsistenz und Häufigkeit des Stuhlgangs und die Sättigung werden maßgeblich von Ballaststoffen beeinflusst.

Zudem kann laut DGE eine höhere Ballaststoffzufuhr das Sterblichkeitsrisiko senken, indem das Risiko für kardiovaskuläre oder Krebserkrankungen verringert wird. Auch Diabetes, Adipositas und Bluthochdruck treten seltener auf. Allerdings sind Ballaststoffe grundsätzlich nicht überlebenswichtig für den Körper, ein Mangel kann allerdings zu Verstopfung und dem Risiko für weitere Erkrankungen führen.

Daher gibt es Richtwerte für die Ballaststoffmenge, die Sie am Tag zu sich nehmen sollten: Erwachsene sollten mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich zu sich nehmen, oder 14,6 Gramm Ballaststoffe pro 1.000 Kilokalorien pro Tag.

Aber geht auch zu viel? Ja, allerdings hat das keine schlimmen Folgen. Nehmen Sie zu viele Ballaststoffe zu sich, kann es kurzfristig zu Blähungen, Bauchschmerzen und unerwünschten Veränderungen des Stuhls kommen. Daher ist die Empfehlung, eher zu mehr Ballaststoffen zu greifen, statt zu wenig von ihnen aufzunehmen.

Sinnvoll kann ein Verzicht auf Ballaststoffe bei einigen Magen- und Darmerkrankungen sein, beispielsweise bei Morbus Crohn oder Magengeschwüren. Auch vor einer Darmspiegelung oder nach Operationen am Darm bieten sich ballaststoffarme Lebensmittel an.

Ballaststoffe kommen fast ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln und Pilzen vor, weshalb vor allem Obst und Gemüse einen hohen Ballaststoffgehalt aufweisen. Zu den Lebensmitteln mit besonders hohem Ballaststoffgehalt pro 100 Gramm zählen:

  • Kidneybohnen (21 g)
  • Linsen (16,9 g)
  • Kichererbsen (14,8 g)
  • Artischocken (10,9 g)
  • Steinpilze (5,5 g)
  • Heidelbeeren (5,4 g)
  • Himbeeren (4,6 g)
  • Schwarzwurzeln (4,1 g)
  • Karotten (4 g)
  • Brombeeren (4 g)
  • Paprika (3,6 g)
  • Pfifferlinge (3 g)
  • Rhabarber (3 g)
  • Birnen (3 g)
  • Brokkoli (2,5 g)
  • Sojabohnen (1,9 g)
Collage von Obst und Gemüse: Die meisten Ballaststoffe stammen aus pflanzlichen Lebensmitteln.Vergrößern des Bildes
Collage von Obst und Gemüse: Die meisten Ballaststoffe stammen aus pflanzlichen Lebensmitteln. (Quelle: Silas Stein/imago-images-bilder)
  • Flohsamenschalen (85 g)
  • Weizenkleie (49,4 g)
  • Leinsamen (37,4 g)
  • Gerstengradpulver (35 g)
  • Vollkornknäckebrot (15,1 g)
  • Vollkornnudeln (13 g)
  • Kokosnuss (11,4 g)
  • Sesam (10,9 g)
  • Pekannüsse (10,3 g)
  • Pistazien (10 g)

Die meisten Milchprodukte enthalten als tierische Produkte gar keine Ballaststoffe. Es gibt einige wenige (pflanzliche) Ausreißer:

  • Kokosmilch (3 g)
  • Sojajoghurt (0,5 g)
  • Sojamilch (0,5 g)
  • Haselnussmilch (0,3 g)

Auch bei diesen Produkten handelt es sich um tierische Produkte, die nur sehr selten Ballaststoffe enthalten. Es gibt einige Ausnahmen, wie:

  • Chicken Nuggets (2,1 g)
  • Wiener Schnitzel (1,2 g)
  • Rinderbrühe (1 g)
  • Frikadelle (0,9 g)
  • Brathering (0,5 g)
  • Backfisch (0,4 g)
  • Cevapcici (0,4 g)
  • Geflügelwiener (0,3 g)
  • Geflügelwurst (0,2 g)
  • Kalbsleberwurst (0,1 g)

Zahlreiche, vor allem nicht-pflanzliche, Lebensmittel enthalten kaum bis gar keine Ballaststoffe. Und auch bei den pflanzlichen Lebensmitteln gibt es einige, die keine Ballaststoffe liefern. Dazu zählen:

  • grüner Spargel
  • grüne Gurke
  • Honigmelone
  • Trockenobst
  • Zwiebeln
  • Sauerkirschen (0,4 g)
  • Tomate (0,4 g)
  • Wassermelone (0,4 g)
  • Eisbergsalat (1 g)
  • Baiser
  • Butterbrezel
  • Couscous
  • Dinkelnudeln
  • Hefeflocken
  • Hirseflocken
  • Jasminreis
  • Langkornreis
  • Milchbrötchen

Abgesehen von den oben genannten Ausnahmen der Sojamilchprodukte sowie anderer pflanzlicher Alternativen wie Kokosmilch enthalten Milch und Milchprodukte keinerlei natürliche Ballaststoffe.

Fischgericht: Da tierische Produkte kaum Ballaststoffe enthalten, empfiehlt es sich, Fleisch und Fisch mit viel Gemüse zu kombinieren.Vergrößern des Bildes
Fischgericht: Da tierische Produkte kaum Ballaststoffe enthalten, empfiehlt es sich, Fleisch und Fisch mit viel Gemüse zu kombinieren. (Quelle: YAY Images/imago-images-bilder)

Ähnlich wie bei Milch und Milchprodukten sieht es auch bei diesen tierischen Produkten aus: Kaum Fleisch-, Fisch- oder Eiprodukte enthalten Ballaststoffe. Ausnahmen bilden nur Produkte, die beispielsweise paniert oder anders verarbeitet wurden, sodass Ballaststoffe über Mehl oder ähnliches zugesetzt wurden.