Wann sinnvoll und wann nicht?

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Antibakterielle Wundcremes wirken gegen Bakterien. Eine Sonderstellung nehmen antibiotische Wundsalben ein. Wann sie zur Wundheilung eingesetzt werden.

Eine gute Wundversorgung unterstützt die Heilung und beugt Infektionen vor. Meist reicht die Behandlung mit einem Wunddesinfektionsmittel sowie einer antiseptischen Wundpflege aus. Entzündet sich die Wunde, kann unter Umständen eine antibiotische Wundsalbe angewendet werden, um die Bakterien abzutöten.

Vor allem unsere Hände sind einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Ein Schnitt in den Finger bei der Küchenarbeit, eine kleine Brandwunde beim Bügeln oder eine Schürfwunde bei der Gartenarbeit sind leicht passiert – und in der Regel nicht schlimm.

Kleine Wunden heilen bei guter Wundversorgung in der Regel komplikationslos innerhalb weniger Tage ab. Bildet sich eine Entzündung – was bei größeren Verletzungen häufiger der Fall ist als bei kleinen – sollte man eine dermatologische Praxis aufsuchen. Dann kann die Behandlung mit einer antibiotischen Wundsalbe sinnvoll sein.

Wundbehandlung aus der Hausapotheke

Für die Erstversorgung von Wunden gilt: Reinigen, desinfizieren, schützen. Das Reinigen und Desinfizieren von Wunden ist wichtig, damit Schmutz und Erreger entfernt werden und sich die Wunde nicht entzündet. Im ersten Schritt sollte man die Wunde unter kaltem, klarem Wasser spülen.

Anschließend tötet ein Wunddesinfektionsspray mögliche Erreger ab. Kleine Wunden können dünn mit einer frei verkäuflichen Wundsalbe aus der Apotheke versorgt werden. Diese enthält häufig heilungsfördernde Wirkstoffe wie Dexpanthenol, Hyaluron oder Zink sowie antiseptische Wirkstoffe, etwa Chlorhexidin, Octenidin oder Povidon-Jod, die gegen Bakterien, Viren und Pilze wirksam sind. Zum Schluss schützt ein Pflaster die Wunde vor Verschmutzungen, Reibung und Stößen.

Nicht immer heilt die Wunde komplikationslos ab. Eine infizierte Wunde sollte immer ein Hautarzt behandeln. Ein leichtes Jucken und die Bildung von klarem Sekret für die Schorfbildung gehören zum Heilungsverlauf dazu. Aufmerksam werden sollte man, wenn die Wunde pocht, der umgebende Hautbereich gerötet, geschwollen und überwärmt ist oder sich weißliches Sekret (Eiter) bildet. Diese Warnzeichen deuten auf eine Infektion hin. Ohne entsprechende ärztliche Behandlung besteht im schlimmsten Fall das Risiko einer Blutvergiftung (Sepsis).

Antibiotische Wundsalben kommen bei Wunden zum Einsatz, die mit Bakterien infiziert sind. Häufig sind es die Bakterien Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeruginosa, die sich in infizierten Wunden vermehren. Die antibiotischen Wirkstoffe töten die Bakterien ab und verhindern so ein Ausbreiten der Infektion.

Antibiotische Wundsalben, etwa mit dem Wirkstoff Mupirocin, Clindamycin oder Erythromycin, werden mit Vorsicht eingesetzt, da eine häufige Anwendung die Bildung von Resistenzen fördert. Das bedeutet: Die Bakterien werden immer unempfindlicher gegenüber dem Wirkstoff. Die Mittel wirken schlechter und im schlimmsten Fall irgendwann gar nicht mehr. Das birgt Risiken, denn: Antibiotika sind das einzige Mittel, das zur Bekämpfung bakterieller Infektionen systemisch verabreicht werden kann. Daher muss ein Arzt eine antibiotische Wundsalbe verschreiben.

In den meisten Fällen kann mit einer antiseptischen Salbe eine gute Wundheilung erreicht werden. Antiseptische Wundsalben haben den Vorteil, dass keine Gefahr der Resistenzbildung besteht und sich die Erreger in der Regel gut bekämpfen lassen. Antibiotische Wundsalben werden dann eingesetzt, wenn die antiseptische Therapie nicht ausreicht, um die Infektion einzudämmen.

Auch nach chirurgischen Eingriffen können antibiotische Salben Einsatz finden, um einer Wundinfektion vorzubeugen. Bei der Akne-Therapie oder der Rosazea-Therapie können antibiotische Salben unter Umständen Teil der Behandlung sein. Sie werden gezielt ausgewählt, da jedes Antibiotikum gegen spezielle Erreger wirksam ist. Bei größeren Entzündungen und bei Gefahr einer Blutvergiftung werden Antibiotika für die systemische Therapie in Form von Tabletten zum Einnehmen verschrieben.