Ist der Zauber um den Leverkusen-Trainer schon verflogen?

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Eine Pokalblamage wie die gegen Bielefeld tut weh, da gibt es keine Diskussionen. Die Chance auf einen Titelgewinn und einen zusätzlichen Pokal in der Vitrine war für Bayer Leverkusen und Trainer Xabi Alonso da. Aber sie ist vertan – genau wie die in der Champions League. Da allerdings gegen starke Bayern.

Xabi Alonso kann nichts mehr? Der Zauber verflogen? So ein Quatsch. Ein Unsinn. Eine Anmaßung, so etwas zu behaupten. Alonso, erst 43 Jahre alt, ist momentan der begehrteste Trainer Europas. Real Madrid will ihn unbedingt, der FC Bayern träumt wohl heimlich weiter vom Spanier – und wer weiß, wie sie gerade in England über Alonso nachdenken.

In seiner ersten kompletten Spielzeit in Leverkusen lief es überragend, auch als Nicht-Leverkusen-Fan machte es großen Spaß, der Mannschaft zuzuschauen. Das lag vor allem am Trainer, der sein Team fantastisch eingestellt hatte. Dass es nun etwas holpriger verläuft, Alonso nicht mehr jeder taktische Kniff gelingt, war zu erwarten. Das ist einfache Fußball-Logik.

Und ein Ziel haben sie in Leverkusen doch noch: Erneut die deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Sechs Punkte Rückstand, dazu ein viel schlechteres Torverhältnis gegenüber den Bayern – und dennoch ist nichts verloren, wenn man einen Blick auf den Spielplan wirft. Dazu kommt: Der deutsche Rekordmeister hat noch zwei schwere Spiele in der Champions League gegen Inter Mailand zu bestehen. Leverkusen nicht mehr.

Xabi Alonso wird sich nach dem Pokal-Aus einmal durchschütteln, dann seine Spieler wachrütteln, um den Traum von der Meisterschaft doch noch perfekt zu machen.

Der Spanier kann das schaffen. Er hat schon ganz andere Wunder mit Leverkusen vollbracht. Er braucht natürlich auch seine Mannschaft dazu. Die steht aber hinter ihrem Trainer, sie vertrauen ihm – und werden allen beweisen wollen, dass das Aus im Pokalhalbfinale nicht mehr als ein Betriebsunfall war.