Nintendo Switch 2 erscheint am 5. Juni

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Nintendo läutet am 5. Juni mit seiner neuen Konsole Switch 2 die nächste Videospielgeneration ein. Am Mittwoch stellte der japanische Hard- und Softwarehersteller den Nachfolger der 2017 erschienenen Switch detailliert in einer Online-Präsentation vor. Nach einem kurzen Werbefilm im Januar, in dem die Designveränderungen zum Vorgänger gezeigt wurden, ging Nintendo nun auf das Spieleangebot und weitere Funktionen ein. Einen Preis nannte Nintendo für das in knapp zwei Monaten erscheinende Gerät nicht.

Auch, wenn die Konsole äußerlich der Switch stärk ähnelt, hieß es in der Präsentation, Nintendo habe die Switch 2 von Grund auf neu entwickelt. So bleibt sie zwar ein Hybrid zwischen stationärer und in der Hand gehaltener Konsole. Technische Details wurden aber gegenüber dem Vorgänger verbessert. Der Bildschirm für den Mobil-Modus unterstützt nun eine Auflösung von 1080p und im stationären Modus ist eine Auflösung bis 4K möglich. Mehr und schnellerer Speicher, Controller, die wie eine Computermaus verwendet werden können, ein integriertes Mikrofon für Sprachchat und die Fähigkeit, Spiele mit weiteren Spielern per Stream zu teilen, wurden zudem vorgestellt. Für Eltern gibt es außerdem eine Begleit-App für Smartphones, mit der sie das Spielverhalten und die Online-Kontakte ihrer Kinder überprüfen und einschränken können.

Die Spielmodule der Switch 2 haben die gleiche Form wie die des Vorgängers. Der Vorteil: Kompatible Switch-Spiele lassen sich auch auf der Switch 2 spielen. Besitzer mancher älterer Spiele können für diese Erweiterungen kaufen, die sie auf der Switch 2 mit neuen Funktionen ausstatten. Das bisherige Switch-Online-Konto kann auch mit der Switch 2 genutzt werden und Daten sowie erworbene digitale Spiele können von der alten auf die neue Konsole per Transferfunktion übertragen werden. Neue Exklusivtitel gibt es ebenso. So erscheint ebenso am 5. Juni ein neuer Teil der Rennspielserie „Mario Kart“ und am 17. Juli ein neuer Teil der Jump’n’Run-Serie „Donkey Kong“.

Gleichnamige Konsolen bisher nur bedingt ein Erfolgsmodell

In der Vergangenheit hatte Nintendo gemischten Erfolg mit Konsolen, die sich nicht genug von ihren Vorgängern abhoben. Im Gegensatz zur Wii, die 2006 erschien und rund 102 Millionen Exemplare verkaufte, war der 2012 erschienene Nachfolger Wii U mit rund 14 Millionen verkauften Einheiten eine Enttäuschung. Fehler wurden damals vor allem der Vermarktung angelastet, in der nicht klar vermittelt wurde, wie sich das Gerät vom Vorgänger unterschied.

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Die Switch 2 erscheint in einer Brache am Markt für Heimkonsolen. Die momentan verfügbaren Konsolen der beiden Konkurrenten Sony und Microsoft sind in ihren Grundversionen seit fast fünf Jahren im Handel und der Bedarf scheint gedeckt. Der deutsche Markt für Spielehardware verzeichnete im vergangenen Jahr einen Rückgang von zehn Prozent, berichtete zuletzt der hiesige Branchenverband Game. Speziell der Umsatz mit Spielekonsolen sank um 26 Prozent. Gemessen am globalen Umsatz der Spielebranche von 187,7 Milliarden Dollar, gehen die Branchenanalysten von Newzoo davon aus, dass 2024 auf Spielekonsolen und ihre Software etwa 28 Prozent, also rund 52 Milliarden Dollar entfielen.

Der Markt liegt brach

Auch Nachfolger der Konkurrenz lassen auf sich warten. Nach einer Umstrukturierung seiner Playstation-Einheit stellt der japanische Elektronikkonzern Sony ein Veröffentlichungsdatum für 2027 in Aussicht. Über die Veröffentlichung einer neuen Xbox von Microsoft wird bisher nur spekuliert. Die Spielesparte der Amerikaner setzt allerdings zunehmend auf ihre Cloud-Gaming- und Abonnementmodelle, bei denen Spiele per Internetverbindung gestreamt werden können, ohne dass spezielle Gerätenötig wären. Ende vergangenen Jahres machte Microsoft damit Werbung, dass fast jedes internetfähige Endgerät mit Bildschirm mithilfe des Cloud-Angebots zu einer Xbox werden könnte. Gleichwohl sagte 2023 der Präsident der Sparte Phil Spencer der F.A.Z. im Gespräch, dass man die Nachfrage nach spezieller Spielehardware bedienen werde, solange sie besteht.

An der Börse nahmen Aktionäre die Vorstellung der Switch 2 und ihres Spieleportfolios positiv auf. Während der Präsentation notierten die Aktien von Nintendo im Frankfurter Handel fast vier Prozent höher. Später fielen sie wieder auf ein niedrigeres Niveau zurück. Der Handel an der Heimatbörse Tokio war zum Zeitpunkt der Präsentation am Mittwochnachmittag schon geschlossen.

Die Switch zumindest war für ihre Lebensdauer ein gutes Geschäft für Nintendo und seine Aktionäre. Der Heim- und Mobilkonsolen-Hybrid brachte es bis Ende 2024 auf rund 151 Millionen verkaufte Einheiten. Wer zum Veröffentlichungsdatum am 3. März 2017 Aktien von Nintendo kaufte, konnte seinen Einsatz bis heute etwas mehr als vervierfachen. Der japanische Aktienindex Nikkei 225 steht heute im Vergleich nicht einmal doppelt so hoch wie vor acht Jahren.