Reederei Maersk kauft Bahngesellschaft am Panamakanal

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Während US-Präsident Donald Trump um den Panamakanal ein Machtkampf entfacht hat, schafft die dänische Reederei Maersk an der strategisch bedeutenden Wasserstraße Fakten. Man habe die Panama Canal Railway Company (PCRC) übernommen, teilte die Maersk-Tochtergesellschaft APM Terminals mit. Die 76 Kilometer lange Bahnlinie verläuft parallel zum Panamakanal zwischen den Häfen Balboa (Panama City) am Pazifik und Colón an der Karibikküste. „Das Unternehmen genießt hohes Ansehen für seine operative Leistung und bietet uns eine wichtige Möglichkeit, unseren Schifffahrtskunden ein breiteres Serviceangebot zu machen“, kommentiert Keth Svendsen, Chef der Maersk-Gesellschaft APM die Transaktion in einer Pressemitteilung.

Unklar bleibt zunächst, ob Maersk größere strategische Ambitionen hat, etwa den Ausbau der bisher nur eingleisigen Bahn. Die zweitgrößte Containerreederei der Welt war bisher schon Kunde des jetzt gekauften Bahnunternehmens – vor allem als die Durchfahrt durch den Panamakanal wegen Wassermangels in den vergangenen Jahren stark eingeschränkt war. Für jedes Schiff, das den Kanal durchquert, fließen 200.000 Tonnen Wasser aus dem Kanal ins Meer, weshalb es in den vergangenen Dürrejahren zu erheblichen Einschränkungen vor allem für große Schiffe kam.

Bahnlinie ergänzt den Kanalbetrieb

Der Kanal, der mit Hilfe von zahlreichen Schleusen eine 26 Meter hohe Hügelkette durchquert, wurde im vergangenen Jahr noch von 11.240 Schiffen gewählt. Zwei Jahre zuvor waren es noch über 14.000 Schiffe. Das Gebührenmodell des Kanals ist komplex. Eine Passage kostet für größere Containerschiffe hunderttausende Dollar, kann aber sogar einen Millionenbetrag kosten, wenn Schiffe an Auktionen teilnehmen, um Wartezeiten zu vermeiden.

Damit wird deutlich, dass die nun von Maersk erworbene Bahnlinie keineswegs als Ersatz für den Kanalbetrieb dienen könnte, sondern allenfalls als Ergänzung und Notlösung bei eingeschränktem Betrieb. Jenseits strategischer Überlegungen beschert der Zukauf Maersk eine ordentliche Rendite. Bei einem 77 Millionen Dollar Umsatz habe die Bahngesellschaft PCRC im vergangenen Jahr ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 36 Millionen Euro erzielt, heißt es in einer Mitteilung von APM Terminals. Wieviel die Maersk-Gesellschaft an die bisherigen Eigentümer, die Canadian Pacific Kansas City Limited (CPKC) und die Lanco Group, bezahlen musste, wird nicht veröffentlicht. Dass überhaupt verkauft wurde, erklärt CKPC-Chef Keith Creel in der Mitteilung mit der Konzentration auf das Kerngeschäft, das er beschreibt als ein „konkurrenzloses Drei-Nationen-Netzwerk, das Kanada, die Vereinigten Staaten und Mexiko verbindet“.

Maersk gehört auch zu dem vom US-Investor Blackrock angeführten Konsortium, das im März von dem Hongkonger Mischkonzern CK Hutchison Holdings Dutzende Hafenbetriebe übernahm, darunter zwei Frachtterminals an beiden Seiten des Panamakanals. Peking warf dem 96 Jahre alten Hutchison-Eigentümer Li Ka-shing vor, unpatritotisch zu sein und sich der US-Hegemonie zu fügen. Inzwischen läuft eine kartellrechtliche Untersuchung.