Arthrose: Ursachen, Symptome, Behandlung

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Wenn das schützende Knorpelgewebe seine Funktion nicht mehr erfüllen kann, kommt es an den Knochenenden im Gelenk zu Umbauprozessen. Diese sollen die zunehmende Belastung im Gelenk ausgleichen. Die Knochenenden bilden dazu mehr Knochensubstanz, was das Gelenk verformen und knotig verdicken kann. Der Fachausdruck für solche Knochenausläufer lautet Osteophyten.

Bis zu einem gewissen Maß kann sich die Knorpelschicht in einem Gelenk regenerieren und kleinere Schäden wieder ausbessern. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das Knorpelgewebe ausreichend Nährstoffe zugeführt bekommt. Darum ist regelmäßige Bewegung für Gelenke so wichtig. Denn erst der Wechsel von Be- und Entlastung sorgt dafür, dass Nährstoffe förmlich aus der Gelenkflüssigkeit ins Knorpelgewebe hineingesaugt und Abbauprodukte des Stoffwechsels hinausgepresst werden – ähnlich wie bei einem Schwamm.

Hauptrisikofaktor für Arthrose ist ein höheres Lebensalter. Daneben gibt es jedoch weitere Faktoren, die eine Arthrose begünstigen können, wie etwa das Geschlecht. Frauen erkranken gut dreimal häufiger an Arthrose als Männer. Die Gründe dafür sind noch unklar.

Andere Arthrose-Risikofaktoren sind:

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Verletzungen, die sich auf das Gelenk auswirken (wie ein vorderer Kreuzbandriss)
  • Berufe oder Sportarten, die Gelenke stark belasten (etwa durch schweres Heben, häufiges Hinhocken, Hinknien)
  • erbliche Vorbelastung
  • Gelenkfehlstellungen (wie X-Beine oder Hüftgelenk-Fehlstellungen)
  • Entzündungen im Gelenk (etwa durch bakterielle Infekte oder bei rheumatoider Arthritis)
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit)

Ob eine Arthrose vorliegt, erkennt der Arzt oder die Ärztin meist schon anhand der typischen Symptome und nach einer näheren Untersuchung des Gelenks. Dieses wird von außen betrachtet und dann in der Regel abgetastet.

Um bei Verdacht auf Arthrose die Diagnose zu sichern, eignet sich ein Röntgenbild. Bei Arthrose lassen sich dort typische Veränderungen erkennen, etwa ein sehr enger Gelenkspalt.

Allerdings geht das Ausmaß der Veränderungen im Röntgenbild bei Arthrose nicht immer mit den tatsächlichen Beschwerden einher. Manchmal ist das Gelenk kaum verändert, aber es bestehen starke Arthrose-Symptome. In anderen Fällen ist das Gelenk bereits stark verändert, ruft aber kaum oder gar keine Beschwerden hervor.

Nicht selten ist Arthrose auch ein Zufallsbefund bei Röntgenuntersuchungen aus anderen Gründen. Eine auf dem Röntgenbild erkennbare Arthrose sollte deshalb nur bei gleichzeitig vorhandenen Schmerzen zu einer Behandlung veranlassen.

Sind die Beschwerden eher uneindeutig oder sollen andere Erkrankungen als Ursache ausgeschlossen werden, veranlasst die Ärztin oder der Arzt gegebenenfalls weitere Untersuchungen, wie zum Beispiel:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Kernspintomographie (MRT, Magnetresonanztomographie)
  • Blutuntersuchungen

Behandlung: Was tun bei Arthrose?

Eine Arthrose ist bislang nicht heilbar. Mit der passenden Behandlung lassen sich Schmerzen und andere Beschwerden jedoch lindern.

Bewegung ist mit die wichtigste Form der Arthrose-Behandlung. Denn wer sich dauerhaft zu wenig bewegt, schwächt zum einen die Muskulatur und begünstigt zum anderen, dass sich in den Gelenken Knorpelgewebe abbaut. In vielen Fällen von Arthrose hilft deshalb bereits regelmäßige Bewegung als Therapie. Anfangs häufig in Form von Krankengymnastik oder Physiotherapie; später kann ein gezieltes Training helfen.

Bei akuten Schmerzen können Medikamente aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR, also Mittel wie Ibuprofen oder Diclofenac) helfen und den Wiedereinstieg in die Bewegung erleichtern. Ist die Ursache der Schmerzen eine aktivierte Arthrose, kann der Arzt oder die Ärztin gegebenenfalls auch Kortison direkt ins Gelenk spritzen.

Besteht starkes Übergewicht, kann sich eine Gewichtsabnahme positiv auf die Arthrose-Beschwerden auswirken, weil sie die Gelenke entlastet. Eine Gewichtsabnahme bessert zudem das entzündliche Geschehen im Gelenk. Denn Körperfett produziert Botenstoffe wie Hormone und Zytokine. Zu viel Körperfett fördert dadurch Entzündungen im gesamten Körper – auch in den Gelenken.

Handelt es sich bei den von Arthrose betroffenen Gelenken um Zehen-, Fuß- oder Kniegelenke, können orthopädische Hilfsmittel wie Einlagen, Sohlenrollen, Pufferabsätze oder Knieführungsschienen die Behandlung unterstützen.

Ob sogenannte knorpelschützende Mittel (Chondroprotektiva) wie Chondroitin, Glucosamin oder Hyaluronsäure bei Arthrose helfen, ist umstritten. Chondroitin und Glucosamin sollen sich positiv auf den Gelenkknorpel auswirken. Wissenschaftlich gesehen ist das noch eher fraglich.