Fans verteidigen Club gegen Kritik

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Klare Kante für Diversität in der Gesellschaft: Der 1. FC Köln bringt ein Sondertrikot heraus. Das gefällt nicht allen – doch viele Fans halten dagegen.

Der 1. FC Köln wird im Heimspiel am Samstagabend gegen Hertha BSC in einem Sondertrikot auflaufen. Die Geißböcke stellten am Donnerstag ein Diversity-Jersey vor, auf welchem alle Designelemente in Regenbogenfarben erstrahlen, sogar das FC-Wappen mit dem Geißbock. Zusammen mit Ausrüster Hummel und den Trikotsponsoren REWE und DEVK hatte sich der FC auf diese Botschaft verständigt.

“Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam ein deutliches Zeichen für Vielfalt im Sport und in der Gesellschaft setzen werden”, sagte FC-Geschäftsführer Philipp Türoff bei der Vorstellung. “Wir bedanken uns für die langjährige Unterstützung in diesem Thema, für das wir uns gerade in der aktuellen Zeit gar nicht laut genau einsetzen können.”

Auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen die Hertha brachte diesen Gedanken auch Thomas Kessler zum Ausdruck. “Es geht nicht darum, ein bisschen bunt durch die Gegend zu laufen”, sagte der gebürtige Kölner und Leiter der Lizenzspieler-Abteilung. “Hier ist jeder Mensch willkommen, der sich an unsere Werte hält. Die Stadt hebt die Flagge immer hoch und steht für Diversität. Deswegen ist es für uns ein wichtiger Spieltag, über die Stadtgrenzen hinaus die Leute darauf aufmerksam zu machen. Ich bin als leitender Mitarbeiter, aber auch als Kölner stolz darauf, dass der FC ein Zeichen setzt.”

Das Diversity-Trikot ist in limitierter Stückzahl in allen Fanshops erhältlich. Neben den männlichen Profis in der 2. Bundesliga werden auch die Bundesliga-Frauen der Geißböcke in ihrem nächsten Heimspiel am 27. April gegen Eintracht Frankfurt im Diversity-Trikot auflaufen, um die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken.

Allerdings gefiel diese Aktion am Donnerstag nicht allen Menschen. Erwartbar äußerten sich zahlreiche User in den sozialen Netzwerken ablehnend zu der Aktion und verbreiteten dabei auch Hass-Botschaften, wie sie insbesondere auf X (vormals Twitter) inzwischen vielfach zu finden sind. Doch zahlreiche FC-Fans sprangen dem Club bei und verteidigten die Aktion.

“Und genau darum liebe ich den FC”, schrieb beispielsweise “EffzehAusLeidenschaft” (@pinchen1948). “Starkes Statement. Und bei der Schnappatmung verschiedener Personen auf unterschiedlichen Plattformen wichtiger denn je.” Passend dazu hatte der 1. FC Köln am Vortag bekannt gegeben, künftig auch auf dem Kurznachrichtendienst Bluesky aktiv zu sein, einem Portal, welches sich als Gegenbewegung zu X entwickelt hat.

Auf X will der FC jedoch zunächst weiter aktiv bleiben. “Der 1. FC Köln hat mit Sorge die Entwicklungen auf der Plattform X beobachtet. Vor allem in den vergangenen Monaten, rund um die US-Wahl und die Bundestagswahl, haben sich auf X ohne jegliche Regulierung zunehmend Hass, Hetze und Falschmeldungen verbreitet”, hieß es in einer Mitteilung des Clubs. “Der FC hat das zur Kenntnis genommen, zugleich aber festgestellt, dass die FC-Familie und das Umfeld des Vereins diesen Strömungen auf X aktiv entgegentritt und für die Werte unseres Vereins einsteht.”

Weiter hieß es: “Dieser Verantwortung möchte der FC nicht durch eine Flucht von der Plattform aus dem Weg gehen, sondern auch in Zukunft für seine Werte einstehen und die Stimme gegen Hass, Hetze und jegliche Form von Extremismus erheben.” So stellte der FC am Donnerstag das Diversity-Trikot auch bei X vor.