Nintendo stellt seine Konsole Switch 2 vor: größeres Display, mehr Steuerungsoptionen und ein erneuertes Spielsortiment. t-online konnte das Gerät Probe spielen.
Mit einem einstündigen Video hat Nintendo seine neue Spielkonsole Switch 2 vorgestellt. Diese wird in Deutschland am 5. Juni zum Preis von 470 Euro auf den Markt kommen. t-online konnte die Konsole auf einem exklusiven Medienevent in Paris bereits ausprobieren.
Die Switch 2 fällt etwas größer aus als ihre Vorgängerin, das Display ist von 6,2 auf 7,9 Zoll gewachsen – bleibt aber in etwa gleich dünn. Damit gewinnt die neue Konsole auch nur leicht an Gewicht, wodurch sich die Größenveränderung vor allem beim mobilen Spielen nicht nachteilig auswirkt.
Haptisch hinterlässt das Gerät einen wertigeren Eindruck als das Vorgängermodell. Das Material wirkt griffiger und nicht ganz so billig wie noch bei der Einführung der ersten Switch. Doch das sollte man von einer Konsole dieser Preisklasse vielleicht auch erwarten können. 470 Euro sind für Nintendos Hauptzielgruppe – Familien und Kinder – eine ziemliche Ansage.
Überhaupt steht die Preispolitik des Herstellers nach der gestrigen Ankündigung im Mittelpunkt der Diskussion, denn auch bei den Spielen selbst erhöht Nintendo die Preise. Physische Varianten sollen 90 Euro kosten, für digitale Versionen von neuen Spielen will Nintendo fortan 80 Euro haben. Bislang kosteten neue Titel für die Switch zwischen 50 Euro und 70 Euro.
Noch ist nicht ganz klar, wie viel Geld Nintendo für Upgrades älterer Titel haben möchte. Einige davon wird es als optionale “Switch 2 Edition” geben, wodurch das Spiel mit grafischen Verbesserungen, neuen Spielfunktionen oder zusätzlichen Spielmodi aufgewertet wird. Diese sind dann nur auf der neuen Konsole verfügbar.
Viele Spieler werden sich wohl aber die Frage stellen, warum sie überhaupt noch einmal Geld für ein Spiel ausgeben sollen, das sie schon einmal bezahlt haben – zumal nicht alle Switch-Titel mit der neuen Konsole kompatibel sind. Die vollständige Liste finden Sie hier.
Zurück zur Hardware, bei der Nintendo mit einigen Neuerungen aufwartet. Besonders interessant ist bei der Switch 2, dass sich die abtrennbaren Gamepads – Joy-Cons genannt – jetzt auch als Maus verwenden lassen. Während im Vorfeld nicht ganz klar war, wofür der Hersteller diese Funktion einsetzen möchte, gab es nun praktisches Anschauungsmaterial. Im Actionspiel “Metroid Prime 4” lässt sich die Steuerung analog zu einem PC-Shooter einsetzen, was tatsächlich sehr intuitiv funktioniert.

Auch in “Mario Party: Jamboree”, das durch ein kostenpflichtiges Upgrade für die Switch 2 fit gemacht wird, zeigt sich die Mausfunktion von ihrer guten Seite: Hier kommt das Feature in verschiedenen Minispielen zum Einsatz. Ähnlich wie beim Spielhallenklassiker “Air Hockey” schiebt man etwa eine Scheibe über das Spielfeld und versucht so, Tore zu erzielen.
Beim neuen Spiel mit dem sperrigen Titel “DragxDrive” schlüpfen Spieler in die Rolle mechanischer Basketball-Rollstuhlfahrer und bewegen sich gleich mit zwei Joy-Con-Mäusen über das Spielfeld – die 3-gegen-3-Partien sind lustig und motorisch herausfordernd zugleich.
Fraglich bleibt jedoch, ob sich diese Funktion tatsächlich durchsetzt. Denn klassischerweise dürften nicht viele Spieler mit einer Switch-Konsole am Tisch sitzen, auch wenn es technisch passabel funktioniert, die Joy-Con-Maus stattdessen auf dem Oberschenkel als Unterlage einzusetzen.
Eine weitere Neuerung ist der eingebaute Sprachchat, den Nutzer um eine kostenpflichtige Zusatzkamera erweitern können. Nintendo verspricht sich davon geselligere und sozialere Spielerunden, was bei Mehrspielertiteln Erfolg versprechend sein könnte. Auch die Funktion Gameshare, bei der man ein einmal gekauftes Spiel für gemeinsame Spieleabenteuer temporär mit bis zu drei Mitspielern teilen kann, verfolgt denselben Gedanken. Die Funktion konnten wir aber nicht ausprobieren.