Knusprig, würzig und bei vielen beliebt – Kartoffelchips sind ein Snackklassiker. Doch wie wirkt sich der regelmäßige Verzehr auf die Gesundheit aus?
Ob vor dem Fernseher, auf Partys oder zwischendurch im Büro – für viele gehört der Griff in die Chipstüte zur Gewohnheit. Was sie häufig aber nicht bedenken: Wer ständig Chips isst, riskiert langfristig gesundheitliche Schäden. Warum das so ist, wie viel Konsum noch als unbedenklich gilt – und welche Snackalternativen gesünder sind, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
Chips bestehen im Wesentlichen aus drei Zutaten: Kartoffeln, Fett und Salz. In industriell hergestellten Produkten kommen jedoch noch zahlreiche Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Aromen, Farbstoffe und Konservierungsmittel hinzu. Das Ziel: ein besonders intensiver Geschmack und eine lange Haltbarkeit.
Doch durch das Frittieren bei hohen Temperaturen entstehen auch sogenannte Transfettsäuren und Acrylamid. Beide Stoffe stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Acrylamid gilt laut Bundesinstitut für Risikobewertung sogar als potenziell krebserregend.
Zudem liefern Chips kaum Vitamine oder Ballaststoffe, dafür aber viele Kalorien – rund 500 bis 550 Kilokalorien pro 100 Gramm – sowie große Mengen an ungesunden gesättigten Fettsäuren und Salz. Schon eine kleine Tüte (150 Gramm) kann bis zu drei Gramm Salz enthalten – und damit mehr als die Hälfte der täglich empfohlenen Maximalmenge.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Erwachsenen pro Tag nicht mehr als fünf Gramm Salz zu sich zu nehmen. Das entspricht ungefähr einem gestrichenen Teelöffel.
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Produkt (je 100 g) | Kalorien | Fett | Salz |
---|---|---|---|
Kartoffelchips (klassisch) | ca. 530 kcal | ca. 35 g | ca. 2,0 g |
Ofenchips (Light-Version) | ca. 470 kcal | ca. 20 g | ca. 1,8 g |
Gemüsechips (industriell) | ca. 450 bis 500 kcal | ca. 25 bis 30 g | ca. 1,5 bis 2,5 g |
Wer häufig oder sogar jeden Tag Chips isst, nimmt also nicht nur viele Kalorien zu sich – auch Fett, Salz und Zusatzstoffe können auf Dauer problematisch werden. Das sind die häufigsten Folgen:
1. Gewichtszunahme und Heißhunger
Chips sind sogenannte “hyperpalatable foods”, also Lebensmittel, die durch die Kombination aus Fett, Salz und Crunch besonders stark das Belohnungszentrum im Gehirn aktivieren. Die Folge: Man isst schnell zu viel – und bekommt bald wieder Appetit. Das begünstigt Übergewicht.
2. Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Gesättigte Fettsäuren und Transfette erhöhen den Cholesterinspiegel, was auf Dauer die Gefäße schädigen kann. Auch das viele Salz kann den Blutdruck in die Höhe treiben – ein bekannter Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall.
3. Belastung für Niere und Leber
Ein dauerhaft hoher Salzkonsum beansprucht die Nieren und kann zu Funktionsstörungen führen. Zudem muss die Leber Schadstoffe wie Acrylamid abbauen – eine zusätzliche Belastung, besonders bei täglichem Konsum.
Studien deuten darauf hin, dass ein hoher Konsum von frittierten, stark verarbeiteten Lebensmitteln Entzündungsprozesse im Körper begünstigen kann.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, salzige Knabberartikel wie Chips nur selten zu verzehren. Als gelegentlicher Genuss – etwa ein- bis zweimal pro Woche eine kleine Portion (etwa 30 Gramm) – gelten Chips für gesunde Erwachsene als unbedenklich. Wer jedoch regelmäßig zur Tüte greift, überschreitet schnell die empfohlene Fett- und Salzmenge pro Tag.
Kinder, Jugendliche und Menschen mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Übergewicht oder Fettstoffwechselstörungen sollten besonders vorsichtig sein. Schon kleine Mengen können hier die Gesundheit beeinträchtigen.
Viele greifen zu selbstgemachten Chips, um Fett und Zusatzstoffe zu vermeiden. Das geht tatsächlich – sofern man auf das Frittieren verzichtet. Im Backofen lassen sich Chips aus Kartoffeln, Süßkartoffeln, Roter Bete oder Zucchini mit nur wenig Öl knusprig zubereiten.
Aber: Auch selbstgemachte Chips enthalten viele Kohlenhydrate, und bei zu viel Öl oder Salz können sie ebenfalls ungesund werden. Und: Werden die Chips zu heiß gebacken und sehr dunkel, kann auch in der selbstgemachten Variante schädliches Acrylamid entstehen. Entscheidend sind also auch hier die Zubereitung und die Menge.
