Rheinmetall, KNDS und Thales dürfen Projekt umsetzen

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Das Bundeskartellamt gibt grünes Licht für ein gemeinsames Panzerprojekt der Rüstungsschmieden Rheinmetall, KNDS und Thales. Die Bonner Wettbewerbshüter gaben Pläne für die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Sitz in Deutschland durch die drei Konzerne frei, wie sie am Freitag mitteilten. „Wir sehen zunehmend Kooperationsvorhaben zwischen verschiedenen europäischen Unternehmen“, sagte der Präsident der Bonner Behörde, Andreas Mundt.

Das Kartellamt bewerte die Projekte anhand der Frage, ob sie diese auch allein stemmen könnten. „Das ist hier nach unseren Ermittlungen nicht der Fall – vielmehr ergänzen sich die bisherigen Tätigkeitsbereiche von Rheinmetall und KNDS weitgehend“, begründete Mundt die Entscheidung.

Panzerfahrzeuge sollen durch KI vernetzt werden und autonom fahren

Rheinmetall, KNDS Deutschland, KNDS France und Thales sollen jeweils 25 Prozent an dem Unternehmen zur Entwicklung eines neuen Kampfpanzers halten. Die Firmen hatten Ende Januar in Paris den Gesellschaftervertrag MGCS Project Company GmbH mit Sitz in Köln unterzeichnet. 

MGCS (Main Ground Combat System) ist ein deutsch-französisches Rüstungsprogramm, das darauf abzielt, bis 2040 die Kampfpanzer Leopard 2 und Leclerc durch ein plattformübergreifendes Bodenkampfsystem zu ersetzen. Nach Angaben der Regierungen beider Länder geht es um die Entwicklung eines gänzlich neuen Waffensystems: Mehrere „miteinander vernetzte Gefechtsfahrzeuge”, die unter anderem auf Künstliche Intelligenz setzen und teils unbemannt seien.

Deutschland und Frankreich hatten das gemeinsame Vorhaben bereits 2017 auf den Weg gebracht. Ursprünglich sollte der neue Panzer im Jahr 2035 einsatzbereit sein. Eine offizielle Absichtserklärung der Regierungen beider Länder wurde jedoch erst im vergangenen Jahr unterzeichnet.

Die Projektgesellschaft solle als industrieller Hauptauftragnehmer für die Umsetzung der nächsten Phase des MGCS-Programms verantwortlich sein, hatte Rheinmetall erklärt. Die Düsseldorfer haben auch ein Gemeinschaftsunternehmen mit der italienischen Leonardo zum Bau von Panzern geschmiedet.

Rheinmetall aus Düsseldorf ist unter anderem auf den Fahrzeugbau aber auch Artilleriegeschosse und Munition spezialisiert. KNDS ist ein deutsch-französischer Rüstungskonzern, der aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Nexter entstand, der ebenfalls gepanzerte Fahrzeuge produziert. Der französische Thales-Konzern ist besonders im Bereich digitale Technologie tätig.