Die Initiative „Zukunft braucht Bildung“ hat acht zentrale Fähigkeiten für die Bildung in Kita und Grundschule identifiziert, die Kinder zukunftsfähig machen sollen. Es sind sozial-emotionale Fähigkeiten, Selbstregulation, Selbstwirksamkeit, Gemeinschaftsfähigkeit, Gesund leben, Kritisches Denken, Ästhetische Bildung und Kommunikation.
Die 50 Fachleute aus Zukunfts-, Bildungs- und Transformationsforschung veröffentlichten am Freitag eine gut sechzig Seiten umfassende Expertise, die Bildung konsequent von der Zukunft der Gesellschaft denken will. Die bestehenden Strukturen mit ihren tagesaktuellen Problemen stehen bewusst nicht im Fokus. Die Dieter Schwarz Stiftung hat die Erarbeitung der Zukunftsvisionen finanziert.
In ihrer Bildungsvision macht die Initiative den Versuch, Bildung vom Kind und von den Zielen aus zu denken. Jedes Kind sollte beim Abschied aus der Kita mit sich und anderen auskommen, und die deutsche Sprache so gut beherrschen, dass es die Bildungsangebote der Grundschule bewältigen kann.
Mit Optimismus in die Welt blicken
Jedes Kind sollte am Ende der Grundschule seinem Potential entsprechend lesen, schreiben und rechnen können, optimistisch in die Welt blicken, sich Ziele setzen, auf sie hinarbeiten können und seinen eigenen Fähigkeiten vertrauen können. Jeder Jugendliche solle die notwendigen Voraussetzungen für eine Ausbildung oder ein Studium erlangen und sich lebenslang weiterbilden und beruflich neu erfinden können. In Deutschland solle sich jeder frei entfalten, selbstbestimmt leben, Verantwortung für sich und andere tragen.
Dazu brauche es ein Bildungssystem, das jedes Kind ins Zentrum seines Handelns stelle und alle Lern- und Unterstützungsangebote um das Kind herum organisiere. Außerdem müsse Bildung nicht nur die formalen, sondern auch die non-formalen und informellen Bildungsorte wie das Elternhaus oder die altersgemäßen Gruppen mitdenken und koordinieren. Mittel sollten bedarfsgerecht eingesetzt werden, „um Ungleiches ungleich behandeln zu können“. Daten sollten dazu dienen, jedes Kind zu jeder Zeit in seinem aktuellen Entwicklungs- und Kompetenzstand einzuschätzen und die nächsten Entwicklungsschritte passgenau zu planen.
Pädagogische Fachkräfte müssten die Verantwortung für den Bildungserfolg jedes Kindes übernehmen, die Freiheit haben, für das Kind den passenden Weg zu wählen, auf dem es die Anschlussfähigkeit für die folgenden Bildungsangebote erarbeitet. Die Fachkräfte sollten Qualifizierungsmöglichkeiten sowie kompetente Beratung nutzen, um sich selbst, die Profession und die eigene Einrichtung weiter entwickeln zu können.