Helsing und Stark liefern Drohnen für die Bundeswehr

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Deutschland steht vor der Anschaffung einer nennenswerten Zahl von Kampfdrohnen für die Bundeswehr. Wie am Donnerstag aus dem Verteidigungsministerium bekannt wurde, sollen zeitnah entsprechende Verträge mit Herstellern unterschrieben werden. Demnach ist geplant, zunächst eine kleinere Zahl von Drohnen anzuschaffen, um Erfahrungen zu sammeln. Im nächsten Schritt soll die Beschaffung ausgebaut werden. Während Deutschland bislang auf Angriffsdrohnen verzichtet hat, sind solche Fluggeräte in der Ukraine längst im Einsatz. Im Zusammenhang mit dem in Berlin beschlossenen 500-Milliarden-Euro-Paket ist auch die Rede von der Errichtung eines Drohnenwalls zum Schutz vor Russland.

Nach Informationen der F.A.Z. sind als Lieferanten für die Drohnen die beiden deutschen Unternehmen Helsing und Stark Defense vorgesehen. Dies deckt sich mit Angaben von Fachmedien. Beide Unternehmen wollten sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

Helsing ist das bekanntere der beiden in München ansässigen Start-ups. Gegründet 2021 von einer Gruppe um den ehemaligen Berater und Mitarbeiter im Bundesverteidigungsministerium Gundbert Scherf, hat sich Helsing zunächst mit der Künstlichen Intelligenz (KI) für Waffensysteme beschäftigt. Zusammen mit dem ukrainischen Militär entwickelte Helsing die Kampfdrohne HF-1, die in dem von Russland überfallenen Land gebaut wird und zum Einsatz in der Landesverteidigung kommt.

Produktion soll mittelfristig verzehnfacht werden

Im Dezember berichtete die F.A.Z. exklusiv über das Nachfolgemodell HX-2, welches Helsing komplett selbst herstellt. Durch den Einsatz der KI können diese Drohnen von klassischen Abwehrsystemen, welche die GPS-Verbindung im Anflug stören und sie damit in den Blindflug schicken, nicht mehr gestört werden. Seit Januar stellt Helsing in einer neuen Fabrik in Süddeutschland nach eigenen Angaben rund 1000 Stück im Monat her. Die Produktion soll mittelfristig verzehnfacht werden. Die Drohne im X-Flügel-Design kann bis zu 100 Kilometer weit fliegen, hinter dem Einsatz steht dabei immer ein menschlicher Entscheider. Die HX-2 gilt als Einweg- oder Kamikazedrohne, da ihr einziger Zweck darin besteht, Munition mit mehr als 200 Stundenkilometern ans Ziel zu bringen.

Dagegen verfügt die größere Skyfall-OWE-V-Drohne von Stark Defense auch über ein System für senkrechtes Landen und entspricht damit einer Kampfdrohne. Der Hersteller wirbt laut Medienberichten damit, dass die gesamte Zulieferkette aus deutschen Unternehmen besteht. Stark selbst tritt bislang öffentlich kaum in Erscheinung. Dahinter steckt der ehemalige Bundeswehrpilot Florian Seibel, der mit seinem Unternehmen Quantum Systems schon Aufklärungsdrohnen herstellt. Da einige seiner Investoren aber nicht in Angriffswaffen investieren dürfen, gründete er mit einem Partner zu diesem Zweck noch Stark. Brisant: Laut „Manager Magazin“ findet sich unter den Investoren ausgerechnet Peter Thiel, deutschstämmiger US-Techmilliardär und bekennender Trump-Unterstützer.