Herr Seibel, Ihr Drohnenunternehmen Quantum Systems könnte mit der nächsten Finanzierungsrunde Einhorn-Status erreichen. Ist die Skepsis der Investoren bei Rüstungsfirmen vorbei?
Wir sind ja eine Dual-Use-Firma. Unsere Überwachungsdrohnen kommen nicht nur in der Ukraine zum Einsatz, sondern auch in Kolumbien im Kampf gegen Drogenkartelle, im Erdbebengebiet in der Türkei und im Katastrophenschutz.
Aber der Großteil Ihres Geschäfts entfällt auf den Bereich Verteidigung.
Ja, und in diesem Bereich sehen wir auch das größte Wachstumspotential, etwa mit Blick auf einen möglichen Drohnenwall der NATO im Baltikum. Der muss nicht nur mit Kampfdrohnen, sondern vor allem auch mit Aufklärungsdrohnen ausgestattet werden.
Wen konnten Sie für die neue Finanzierungsrunde gewinnen?
Es war uns sehr wichtig, dass das Wachstum und der wirtschaftliche Erfolg in Europa bleiben, entsprechend haben wir uns ausschließlich auf europäische Geldgeber konzentriert. Wenn man sich anschaut, was in den letzten Wochen und Monaten passiert ist und was da noch auf uns zukommen könnte, ist das die richtige Entscheidung, glaube ich.
Sein Anteil ist relativ klein, und er hat ihn in der aktuellen Finanzierungsrunde nicht weiter erhöht. Einige bestehende Investoren haben nachgelegt, was mich freut. Es ist ein gutes Zeichen, wenn sie ihre Anteile nicht verwässern wollen. Der Großteil des Kapitals kommt aber von neuen Investoren.

Wie viel müsste denn zusammenkommen, damit Quantum Systems den Einhorn-Status erreicht?
Wir reden über Summen zwischen 100 und 300 Millionen Euro. Die Verträge werden gerade finalisiert, und in drei Wochen sind wir beim Notar.
Was planen Sie, mit dem frischen Geld zu tun?
Wir sind sehr profitabel, es geht darum, jetzt unser Geschäft auszubauen. Wir werden sicherlich in den nächsten Monaten auch Akquisitionen machen. Wir haben einen sehr fragmentierten Rüstungsmarkt in Europa, was wir jetzt brauchen, sind Skaleneffekte.
Die Investoren bei Quantum Systems konzentrieren sich auf Dual-Use-Technologien und werden nicht unbedingt bei Stark einsteigen. Nur Peter Thiel ist auch bei Stark beteiligt, er war einer der ersten Investoren. Auch da wird es weitere Finanzierungsrunden geben, und auch diese wollen wir wenn möglich europäisch halten.
Werden Sie mit Stark bald ebenfalls die Bundeswehr beliefern?
Zu Stark kann ich Ihnen wenig Auskunft geben, nur so viel: Auch hier stehen wir als Partner für die Bundeswehr bereit.