Diese Maßnahmen senken das Risiko erheblich

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Häufige Nervenkrankheit

Parkinson: Zwei Maßnahmen senken das Risiko erheblich

06.04.2025 – 10:01 UhrLesedauer: 5 Min.

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Parkinson: Das Syndrom zählt neben Alzheimer zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. (Quelle: Eleganza/getty-images-bilder)

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Weltweit steigt die Zahl der Parkinson-Fälle – und das nicht nur, weil wir älter werden. Um der Erkrankung vorzubeugen, können Sie vor allem zwei Dinge tun.

Parkinson ist eine der am schnellsten zunehmenden neurologischen Erkrankungen weltweit. Allein in Deutschland sind aktuellen Zahlen zufolge fast 300.000 Menschen ab 40 Jahren betroffen. Typische Symptome wie unkontrollierbares Zittern, verlangsamte Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen treten meist erst im Alter auf. Doch die Erkrankung beginnt lange vorher.

Eine aktuelle Studie im Fachblatt “BMJ” prognostiziert, dass sich die Zahl der Betroffenen weltweit von 11,9 Millionen im Jahr 2021 bis 2050 mehr als verdoppeln könnte. Für Deutschland werden 574.000 Erkrankte vorhergesagt – das wäre nach China, Indien und den USA die vierthöchste Zahl an Patienten.

Bei Parkinson sterben im Gehirn jene Nervenzellen ab, die Dopamin produzieren – ein für die Bewegungssteuerung wichtiger Botenstoff. Dabei ist das Protein Alpha-Synuclein zentral: Fehlgefaltete Formen dieses Proteins verklumpen und lagern sich im Hirn ab. “Die genauen Ursachen sind aber noch nicht bekannt”, sagt die Neurologin Brit Mollenhauer, Chefärztin an der Paracelsus-Elena Klinik in Kassel. Wahrscheinlich handele es sich um ein Zusammenspiel aus Umwelt-, metabolischen und genetischen Faktoren.

Neben dem typischen Zittern treten Muskelverspannungen, Gang- und Gleichgewichtsstörungen auf. Ebenso können Betroffene eine starre Mimik und eine leise oder monotone Sprache aufweisen. Zudem können sich Schlaf- und Riechstörungen, Depressionen und kognitive Beeinträchtigungen bis hin zur Demenz zeigen.

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Studien legen nahe, dass eine ganze Reihe von Umweltgiften das Risiko für Parkinson erhöht, darunter vor allem Pflanzenschutzmittel. “Viele Pestizide haben gemein, dass sie Entzündungsprozesse im Hirn und oxidativen Stress auslösen”, erklärt Eva Schäffer von der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel.

Daneben verändern Pestizide aber auch Stoffwechselvorgänge und setzen weitere Mechanismen im Gehirn in Gang, die zur Krankheit beitragen. Entsprechend beschloss der Ärztliche Sachverständigenbeirat Berufskrankheiten (ÄSVB) 2024 eine wissenschaftliche Empfehlung für eine Berufskrankheit “Parkinson-Syndrom durch Pestizide” – ein Schritt, der in anderen Ländern schon vor Jahren vollzogen wurde.

Laut Schäffer gibt es weitere Umweltfaktoren, bei denen sich Hinweise auf ein erhöhtes Parkinson-Risiko mehren, darunter vor allem das häufig genutzte Lösungsmittel Trichlorethylen und Luftverschmutzung, insbesondere in Form von Feinstaub.

Schließlich spiele auch der individuelle Lebensstil eine zentrale Rolle. So gehörten körperliche Inaktivität, aber auch eine Ernährung, die viele stark verarbeitete Lebensmittel enthält, zu den Risikofaktoren.

Etwa zehn Prozent der Parkinson-Erkrankungen sind genetisch bedingt. Für den weitaus größeren Teil der Fälle ergeben sich aus den Risikofaktoren indes weitreichende Präventionsmöglichkeiten: “Wer moderaten Ausdauersport betreibt, kann das Risiko für Parkinson um bis zu 60 Prozent senken”, betont Schäffer. Dabei müsse es keine bestimmte Sportart sein: “Alles, was Herz- und Atemfrequenz steigert, hilft.”

Auch Mollenhauer hebt hervor: “Bewegung hat eine sehr starke antientzündliche Wirkung und ist eigentlich das beste Medikament, das wir in uns tragen. Insbesondere für Menschen im mittleren Alter wäre eine Stunde Sport am Tag ideal, kombiniert mit einer entsprechenden Ernährung.”

Dabei seien viel Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte vorteilhaft, so Schäffer: “Ballast- und Pflanzenstoffe wirken sich positiv auf das Darmmikrobiom aus – und seit einiger Zeit wissen wir, dass es eine Verbindung zwischen Darm und Gehirn, die Darm-Gehirn-Achse, gibt.” Dazu passt, dass viele Parkinson-Patienten teils schon Jahrzehnte vor ihrer Diagnose unter schwerer Verstopfung leiden.

Bewegung und Ernährung sind auch nach der Diagnose wichtige Faktoren – sowohl im Frühstadium vor dem klinischen Ausbruch als auch bei bereits fortgeschrittener Erkrankung.

In beiden Bereichen sei mit den erwähnten Lebensstilfaktoren sehr viel zu erreichen, sagt Neurologin Schäffer. “So kann es beispielsweise gelingen, den Ausbruch der Symptome nach hinten zu verschieben, doch selbst danach kann etwa Sport die Verschlechterung der Beweglichkeit verlangsamen und auch nicht-motorische Symptome wie Verstopfung, Depressionen oder kognitive Probleme lindern.”

Wichtig sei aber die Kombination mit einer guten medikamentösen Behandlung: Hier werden in der Regel Arzneien eingesetzt, die den Botenstoff Dopamin ersetzen sollen. “Wir dürfen natürlich nicht zu viel Medikamente geben, aber wir brauchen Dopamin, um uns bewegen zu können”, erläutert Schäffer. Werde zu stark an den Medikamenten gespart, seien die Patienten steif und schlecht beweglich. “Da wird es dann zum Kampf, in den Sport reinzukommen.”