Vier Farben und kein Halleluja

4

Auf die Corona-Welle folgte eine Graffitiflut auf Schotter und Schienen. Viermal so viele Fälle von beschmierten Zügen wie noch 2022 verzeichnet die Eingangsstatistik der Bundespolizei im vergangenen Jahr. Dreitausend Tatverdächtige besprühten Waggons und Loks in der Bundesrepublik, vor allem in Metropolregionen. Weniger als vier Prozent konnte die Polizei dingfest machen. Des Sprayers liebstes Hobby bringt die Bahnunternehmen auf die Palme und lässt sie gleichzeitig verzweifeln. Denn die unfreiwillig bunten Züge können während der Reinigung nicht fahren. Strahlt der eine wieder rein und sauber, kommt der nächste schon hereingerollt. Das Katz-und-Maus-Spiel mit Polizei und Sicherheitspersonal gewinnen meistens die Sprayer, insofern die jeweiligen Züge und Waggons überhaupt überwacht werden können. Es ergibt sich ein scheinbar ewiger Kreislauf in Sprühfarben.