Frauen-Nationalteam beleidigt
Sexismus-Eklat: Radiomoderator verliert Job
Aktualisiert am 27.02.2025 – 08:26 UhrLesedauer: 2 Min.
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In einer Radioshow äußerte sich ein Moderator sexistisch über die Frauen-Nationalmannschaft Australiens. Das hat für ihn nun Konsequenzen.
Der australische Radiomoderator Marty Sheargold hat während einer Show mit sexistischen Aussagen für Wirbel gesorgt. Wie unter anderem CNN berichtet, habe der 53-Jährige die Frauenfußball-Nationalmannschaft Australiens nach ihren beiden Auftaktniederlagen im SheBelieves Cup scharf kritisiert – und dabei auch beleidigt.
“Weißt du, woran sie mich erinnern? An Mädchen aus der 10. Klasse”, sagte Sheargold demnach am Montag in der “The Marty Sheargold Show” beim Sender Triple M. “All die Streitereien und Freundschaftsprobleme: ‘Der Trainer hasst mich und ich hasse das verdammte Training’ und Michelle ist eine Schlampe’.”
Doch damit nicht genug. Sheargold lief in der Folge zu unrühmlicher Höchstform auf: “Es tut mir leid, dass ich den ganzen Sport infrage stelle, aber das ist meine Meinung, also kannst du dir das in den Arsch stecken.”
Besonders unangenehm: Als es um die Fußball-Asienmeisterschaft der Frauen ging, die 2026 in Australien ausgetragen werden soll, sagte Sheargold, er würde sich “lieber einen Nagel in die Spitze meines Penis rammen, als mir das anzusehen.” Dann fügte er noch an: “Gibt es Männer-Sport, über den wir sprechen können?”
Sheargolds Entgleisungen blieben nicht unkommentiert. Die australische Hockeyspielerin und Olympiateilnehmerin Ambrosia Malone schrieb in einem Post auf Instagram unter anderem: “Das ist anscheinend im Mainstream-Nachmittagsradio akzeptabel??? WIE??”
Der australische Fußballverband gab in einem Statement an, “zutiefst enttäuscht” von Sheargolds Kommentaren zu sein. Diese würden “nicht nur die außergewöhnlichen Leistungen und Beiträge unserer Frauenfußball-Nationalmannschaft schmälern, sondern verkennen auch den tiefgreifenden Einfluss, den sie auf den australischen Sport und die Gesellschaft gehabt haben.”
Sheargold und Triple M entschuldigten sich später für den Vorfall. “Alle Witze, auch meine, können manchmal daneben gehen, und ich kann verstehen, dass die Leute an meinen Bemerkungen über die ‘Matildas’ (Spitzname der australischen Frauen-Nationalelf, Anm. d. Red.) Anstoß genommen haben”, so Sheargold. “Ich entschuldige mich aufrichtig.”
Seine Aussagen hatten für den Radiomoderator dennoch Konsequenzen. Sheargold und der Triple M-Muttergesellschaft Southern Cross Austereo bestätigten später in einer gemeinsamen Erklärung, man habe “einvernehmlich beschlossen, sich zu trennen”. In einem gemeinsamen Statement sagte Sheargold: “Ich bin mir der Schwere meiner Äußerungen voll bewusst.” Er entschuldigte sich zudem erneut für sein Vergehen.