Das war sein letzter Auftritt

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Gene Hackman tot aufgefunden

Das war sein letzter Auftritt


27.02.2025 – 11:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Gene Hackman ist tot. In Hollywood hinterlässt der Schauspieler eine Lücke und das, obwohl er schon lange kein Teil mehr der Filmindustrie war.

Zusammen mit seiner Frau Betsy Arakawa ist Gene Hackman in seinem Haus in Santa Fe leblos aufgefunden worden. Die Todesumstände sind bisher noch ungeklärt. Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt zeigte sich der Hollywoodstar an der Seite seiner mit ihm verstorbenen Frau.

Dieser letzte große öffentliche Termin auf einer Hollywood-Bühne ist lange her. Bei der 60. Golden-Globe-Verleihung im Jahr 2003 wurde Gene Hackman mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk gefeiert. Nur selten spazierte er über den roten Teppich, noch seltener zeigte er sich dabei mit seiner 30 Jahre jüngeren Frau. Doch bei diesem Auftritt hielt er Arakawa, die als Pianistin arbeitete, in den Armen. Beide strahlten für die anwesenden Fotografen.

“Ich wollte nie etwas anderes sein als ein Schauspieler”, sagte Hackman sichtlich gerührt an diesem Abend vor dem Star-Publikum. Schon als kleiner Junge habe er mit einer Tüte Popcorn im Kino gesessen und sich von Johnny Weissmuller, John Wayne, Errol Flynn und seinem Lieblingsschauspieler James Cagney in andere Welten versetzen lassen. Später war er es dann selbst, der andere verzauberte. In über 80 Filmen war Hackman zu sehen. Er gewann zwei Oscars und drei Golden Globes.

Schon lange hatte sich Hackman aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, lebte fernab der Traumfabrik im ländlichen Santa Fe, zusammen mit Arakawa, die seine zweite Ehefrau war. Als er Hollywood den Rücken zuwandte, war er gerade einmal 75 Jahre alt. Ein Alter, in dem andere Schauspieler noch mal aufdrehen. Ob er nicht doch noch einen Film machen werde, wurde Hackman 2011 in einem seiner seltenen Interviews von der Zeitschrift “GQ” gefragt. “Ich weiß es nicht”, sagte er zögerlich. “Wenn ich es in meinem Haus tun könnte, vielleicht, ohne dass dabei etwas durcheinandergebracht wird, und nur mit ein oder zwei Leuten.”

Damals zog er auch Bilanz über seine Berufswahl. Er sei recht zufrieden mit seiner Entscheidung, Schauspieler zu werden, sagte er im “GQ”-Interview. “Ich hatte Glück, ein paar Sachen zu finden, die ich als Schauspieler gut machte und die ich mir anschauen und sagen konnte: ‘Ja, das ist in Ordnung.'”

Seinen letzten Film drehte Gene Hackman 2004. In der Polit-Satire “Willkommen in Mooseport” spielte er einen selbstverliebten Ex-Präsidenten, dem einige eine Ähnlichkeit zu Donald Trump nachsagten. Einen weiteren Film gab es nicht. Das Filmgeschäft war für ihn mit zu vielen Kompromissen verbunden, sagte er in einem Interview. Danach sah man ihn nicht mehr vor einer Kamera. Zuletzt verschaffte er sich aber als Autor Gehör, 2008 erschien ein Bürgerkriegsroman von ihm, 2013 ein Thriller.