Persönliche Digitalisierung
Cloud-Nutzung in Deutschland steigt trotz Datenschutzbedenken
27.02.2025 – 14:15 UhrLesedauer: 2 Min.
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Die Cloud-Nutzung in Deutschland nimmt weiter zu. US-Anbieter dominieren den Markt trotz Datenschutzbedenken, deutsche Dienste punkten mit mehr Sicherheit.
Die Digitalisierung des Alltags schreitet weiter voran. 62 Prozent der Internetnutzer in Deutschland sichern ihre persönlichen Dokumente und Fotos mittlerweile in der Cloud. Dies geht aus einer repräsentativen Studie der Convios Consulting hervor, die jährlich das Kommunikationsverhalten der deutschen Internetnutzer untersucht. Im Vorjahr waren es noch 55 Prozent.
Der Trend zur Digitalisierung zeigt sich auch beim Umgang mit Dokumenten: 39 Prozent der Befragten erhalten Rechnungen und Verträge entweder ausschließlich in digitaler Form (16 Prozent) oder zusätzlich zur Papierform auch digital (23 Prozent). Die Zahl derer, die Dokumente selbst per Scan digitalisieren, stieg von 13 auf 16 Prozent.
Auffällig ist die Diskrepanz zwischen Datenschutzbedenken und tatsächlichem Nutzerverhalten. Mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) haben zumindest teilweise Bedenken, ihre Daten US-Unternehmen anzuvertrauen. Dennoch dominieren amerikanische Anbieter den Markt: Google Drive (23 Prozent), Apple iCloud (17 Prozent), Amazon (13 Prozent) und Microsoft OneDrive (12 Prozent) führen die Liste der meistgenutzten Cloud-Dienste an.
Deutlich dahinter liegen die deutschen Anbieter. Die am häufigsten genutzten heimischen Cloud-Angebote sind GMX (8 Prozent), web.de (7 Prozent), 1&1 (5 Prozent) und t-online (4 Prozent). Da Nutzer mehrere Cloud-Dienste parallel verwenden können, waren bei der Erhebung Mehrfachnennungen möglich.
Deutsche Cloud-Anbieter unterliegen der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und speichern die Daten in der Regel auf Servern innerhalb der EU. Dies bietet rechtlich einen höheren Schutz als bei US-Anbietern, die unter Umständen verpflichtet sein können, Nutzerdaten an amerikanische Behörden herauszugeben – auch wenn die Server in Europa stehen.
Während US-Dienste oft mehr kostenlosen Speicherplatz oder zusätzliche Funktionen anbieten, punkten deutsche Anbieter mit lokaler Datenspeicherung und strengeren Datenschutzstandards. Dies kann insbesondere für sensible persönliche oder geschäftliche Dokumente relevant sein.
Bei E-Mail-Diensten setzen die Deutschen stärker auf heimische Anbieter. Die Marktanteile verteilen sich hier auf GMX (25 Prozent), web.de (23 Prozent), Gmail (18 Prozent), Outlook.com (8 Prozent) und t-online (7,5 Prozent).
E-Mail bleibt mit 75 Prozent der bevorzugte Kommunikationskanal mit Unternehmen, deutlich vor Telefon (34 Prozent), Messengern (15 Prozent) und Briefen (13 Prozent). Beim Onlineshopping bevorzugen 78 Prozent der Befragten E-Mails für Kaufinformationen.
Für die Studie wurden im November 2024 insgesamt 1.024 Internetnutzer ab 16 Jahren befragt.