Scheidenpilz: Symptome, Behandlung & Ursachen

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Drei von vier Frauen haben irgendwann Beschwerden durch einen Scheidenpilz. Welche Behandlung hilft und wie sich eine erneute Infektion verhindern lässt.

Dass Pilze die Scheide besiedeln, ist ganz normal: Die Organismen gehören in geringer Zahl zur natürlichen Scheidenflora dazu. Das empfindliche Scheidenmilieu kann jedoch aus dem Gleichgewicht geraten – zum Beispiel durch hormonelle Veränderungen, Medikamente oder bestimmte Erkrankungen.

Die Folge: Die Pilze können sich übermäßig stark vermehren und eine Entzündung der Scheidenschleimhaut auslösen. Fachleute sprechen dann von einer vaginalen Pilzinfektion, vaginalen Mykose – oder schlicht von Scheidenpilz oder Vaginalpilz. Fast immer handelt es sich bei den Erregern um Hefepilze der Gattung Candida.

Weibliches Geschlechtsorgan: Bei einem Vaginalpilz ist die Scheidenschleimhaut entzündet.Vergrößern des Bildes
Weibliches Geschlechtsorgan: Bei einem Vaginalpilz ist die Scheidenschleimhaut entzündet. (Quelle: ttsz/getty-images-bilder)

Nach der bakteriellen Vaginose ist eine Pilzinfektion der Scheide die häufigste Ursachen für Entzündungen im Scheidenbereich.

Häufige Symptome von Scheidenpilz sind

  • Juckreiz im Genitalbereich,
  • ein Brennen in der Scheide/der Scheidenumgebung,
  • eine gerötete Scheidenschleimhaut, evtl. mit grau-weißlichen Belägen und/oder
  • weiß-gelblicher Ausfluss aus der Scheide.

Wie ausgeprägt die Symptome von Scheidenpilz sind, ist ganz unterschiedlich. Die Mehrzahl der betroffenen Frauen hat nur leichte Beschwerden. Manche bemerken keine Anzeichen. Eine übermäßige Pilzbesiedlung der Scheide ist nicht immer mit Beschwerden verbunden, sodass ein Vaginalpilz ohne Untersuchung nicht unbedingt zu erkennen ist.

Aussehen und Konsistenz des Ausflusses sowie weitere Symptome geben Hinweise darauf, ob es sich tatsächlich um Scheidenpilz handelt. Ausführliche Informationen zu den möglichen Anzeichen von Scheidenpilz lesen Sie im Artikel “Wie sieht Scheidenpilz aus und welche Symptome sind typisch?”

In den meisten Fällen entsteht Scheidenpilz durch eine Überbesiedlung durch Hefepilze. Der Erreger Candida albicans ist die häufigste Ursache. Seltener stecken andere Hefepilzarten dahinter, zum Beispiel Candida glabrata.

In der natürlichen Scheidenflora herrscht ein saures Milieu, denn sie besteht hauptsächlich aus Milchsäurebakterien. Auch Hefepilze und andere Erreger sind in kleinen Mengen Teil der Scheidenflora.

Von Scheidenpilz sprechen Fachleute erst, wenn die Vaginalflora so aus der Balance gerät, dass sich die Hefepilze zu stark vermehren. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

Schwangere erkranken häufiger an Scheidenpilz. Die Ursachen sind in hormonellen Veränderungen zu finden: Während der Schwangerschaft steigt der Spiegel des Hormons Östrogen. Dadurch kann sich die Zusammensetzung der Scheidenflora verändern – und das Risiko für Scheidenpilz steigen.

  • Folgen für das Baby: Scheidenpilz in der Schwangerschaft

Ist die Immunabwehr geschwächt, können sich Pilze leichter vermehren. Daher kommt eine Pilzinfektion der Scheide bei bestimmten Erkrankungen häufiger vor, etwa bei HIV. Frauen mit Diabetes mellitus entwickeln ebenfalls öfter einen Vaginalpilz.

Bestimmte Medikamente können einen Vaginalpilz verursachen oder begünstigen. Dazu zählen zum Beispiel Antibiotika oder Kortisonpräparate.

Wenn Frauen nach den Wechseljahren von Scheidenpilz betroffen sind, kann dies an östrogenhaltigen Medikamenten liegen. Die Antibabypille führt ebenfalls zu Veränderungen des Hormonhaushalts, die sich auf die Scheidenflora auswirken.

Auch eine Strahlen- oder Chemotherapie zählt zu den möglichen Ursachen von Vaginalpilz.

Nicht zuletzt ist Scheidenpilz ansteckend. Beim Geschlechtsverkehr kann sich die Frau mit Hefepilzen infizieren. Wenn Männer unter Pilzinfektionen im Intimbereich leiden, handelt es sich meist um die gleichen Hefepilze, die bei der Frau den Vaginalpilz hervorrufen.

Anstecken können sich Frauen zum Beispiel, wenn der Sexualpartner eine Pilzinfektion der Eichel hat: Beim Sex gelangen größere Mengen der Pilze in die Vagina und können so die Symptome einer Scheidenpilz-Infektion auslösen.

Wer eine Pilzinfektion im Genitalbereich hat, sollte daher darauf achten, andere nicht anzustecken – und vorübergehend auf Geschlechtsverkehr verzichten.

Zu weiteren Risikofaktoren für einen Vaginalpilz zählen:

  • Stress
  • Allergien
  • übertriebene Intimpflege
  • starkes Schwitzen im Intimbereich
  • eng anliegende Kleidung
  • wenig atmungsaktive Kleidung aus synthetischem Material
  • Veranlagung

Juckreiz, Brennen, Ausfluss: Solche Beschwerden geben der Frauenärztin oder dem Frauenarzt bereits Hinweise darauf, dass es sich um Scheidenpilz handeln könnte.

Bei der anschließenden Untersuchung lässt sich ein Scheidenpilz an den entzündlichen Veränderungen an der Scheidenschleimhaut erkennen. Die grau-weißlichen Beläge, die der Pilz oft hervorruft, lassen sich wegwischen. Darunter kommt die rot-entzündete Vaginalschleimhaut zum Vorschein. Unter dem Mikroskop sind die Erreger im Abstrich sichtbar.