Jodeln gehört zu den Alpen wie Ganghofer und Heidi. Aber nun haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die gewöhnungsbedürftige Sangesäußerung keineswegs nur in der menschlichen Kultur ihren Platz hat. Auch Affen jodeln – und wie! In der Zeitschrift „Philosophical Transactions of the Royal Society B“ wurde auch nachvollzogen, warum die Tiere geradezu prädestiniert für die sich überschlagenden Tonfolgen sind. Ihr Kehlkopf ist dafür bestens geeignet. Die Forscher kommen sogar zu dem Schluss, dass Affen den Menschen beim Jodeln von Natur aus immer überlegen seien.
Für ihre Studie befestigten die Forscher Sensoren an den Hälsen einiger Affen in dem Tierschutzreservat La Senda Verde in Bolivien. So konnten sie sehen, was im Kehlkopf der Schwarzen und Goldenen Brüllaffen, Kapuzineraffen, Totenkopfäffchen und Peruanischen Klammeraffen vor sich ging. Die Forscher untersuchten zudem die Kehlköpfe toter Affen und analysierten die Frequenzen mit Hilfe von Computermodellen.
Schnelle Frequenzwechsel
Sie fanden heraus, dass die Affen bei ihren Lauten schnell zwischen tiefen und hohen Frequenzen hin und her wechseln – ähnlich wie Jodler. Während der Tonumfang bei Menschen jedoch nur eine Oktave umfasst, schaffen Affen abrupte Sprünge von bis zu dreieinhalb Oktaven.
Grund dafür sei die Beschaffenheit ihres Kehlkopfes, erklärte der Mitautor der internationalen Studie, Jacob Dunn, von der britischen Anglia Ruskin University.
Sowohl Menschen als auch Affen verfügen demnach über ein Paar Stimmlippen im Kehlkopf, die schwingen, um Töne zu erzeugen. Affen haben jedoch auf den Stimmlippen ein zusätzliches Membranpaar, das ihnen einen schnelle Wechsel zischen hohen und tiefen Frequenzen und damit einen weitaus größeren Tonumfang ermöglicht.
Die Forscher gehen davon aus, dass die Membranen von den Tieren zu ihrer hochkomplexen Kommunikation untereinander eingesetzt werden. Die besten Jodler waren laut Dunn die Klammeraffen – die schafften ihm zufolge Laute von bis zu vier Oktaven.